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Wien gratis: 12 Dinge, die nichts kosten und trotzdem etwas bringen

Parks, Aussichtspunkte, freier Eintritt, Stadt-Spaziergänge. Wien ohne Eintrittskarte.

Donauinsel mit Donaubrücken
Foto: C. Stadler/Bwag, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
· 6 Min. Lesezeit

Wien ist nicht günstig, aber gratis geht überraschend viel. Die Stadt ist voller Parks, offener Innenhöfe, Kirchen und Aussichtspunkte, die keinen Cent kosten - und viele davon gehören zum Besten, was Wien zu bieten hat. Diese zwölf Punkte sind alle ohne Eintritt zu schaffen, die meisten liegen so nah beieinander, dass du sie zu Fuß oder mit einer kurzen Öffi-Fahrt kombinierst.

  1. Schönbrunn-Park und Gloriette. Park und Aufstieg zur Gloriette frei. Innen-Tour kostet, der Park nicht. Der Blick von der Gloriette über das Schloss bis zur Stadt gehört zu den besten Gratis-Panoramen Wiens. Wer früh kommt, hat die Alleen fast für sich - die Wiener joggen hier vor der Arbeit.
  2. Belvedere-Garten. Zwischen den zwei Schlössern, mit Skulpturen, Blick zum Süden, gratis. Der Barockgarten ist streng symmetrisch angelegt, im Frühjahr blüht es hier üppig.
  3. Volksgarten und Burggarten. Innenstadt-Parks, beide gratis. Volksgarten mit Rosen (im Juni ein Meer aus hunderten Sorten), Burggarten mit Mozart-Denkmal und Schmetterlinghaus (Schmetterlinge kosten Eintritt, Park nicht). Beide liegen direkt am Ring, ideal als Pause zwischen zwei Sehenswürdigkeiten.
  4. Ringstraßen-Spaziergang. Tram 1 oder 2 ist eine Sightseeing-Tour, aber zu Fuß die ganze Strecke (5 km) ist gratis und intensiver: Staatsoper, Hofburg, Kunst- und Naturhistorisches Museum, Parlament, Rathaus, Burgtheater, Universität, Votivkirche - alles von außen, alles umsonst. Plane zwei bis drei Stunden mit Fotostopps.
  5. Stephansdom innen. Hauptschiff frei, nur Bereich um den Altar und Turm kosten. Auch der Platz davor lohnt: Das Dach mit den 230.000 glasierten Ziegeln sieht man am besten von der Seite Schulerstraße.
  6. Kahlenberg mit Bus 38A, dann Aussicht über Wien gratis. An klaren Tagen siehst du bis zu den Karpaten. Wer sportlich ist, geht den Stadtwanderweg 1 von Nussdorf hinauf - Weinberge inklusive, ebenfalls kostenlos.
  7. Donauinsel. 21 km Strand, Schwimmen im Sommer kostet nichts. Die Insel ist mit der U1 (Station Donauinsel) in wenigen Minuten vom Zentrum erreichbar und im Sommer Wiens größtes Gratis-Freibad.
  8. Naschmarkt durchlaufen ohne zu essen. Olivenproben gibt es manchmal gratis. Samstags kommt der Flohmarkt am westlichen Ende dazu - stöbern kostet nichts.
  9. Karl-Marx-Hof im 19. Bezirk. Klassiker des Roten Wien, von außen sehenswert: über einen Kilometer lang, einer der längsten zusammenhängenden Wohnbauten der Welt. Mit der U4 bis Heiligenstadt, der Hof liegt direkt gegenüber.
  10. Wien Museum am Karlsplatz (Hauptausstellung seit Wiedereröffnung 2023 frei). Stadtgeschichte vom Römerlager bis heute, gut kuratiert - dass so ein Haus dauerhaft gratis ist, ist europaweit selten.
  11. Heldenplatz und Hofburg-Innenhöfe gehen frei durch (Innenmuseen kosten). Der Durchgang von der Michaelerkuppel über den In der Burg-Hof zum Heldenplatz ist eine der schönsten Passagen der Stadt.
  12. Friedhof der Namenlosen (11. Bezirk). Stiller, kleiner Donau-Friedhof, sehr eigene Atmosphäre. Hier wurden Menschen bestattet, die die Donau anschwemmte und die niemand identifizieren konnte. Weit draußen, aber wer ruhige, ungewöhnliche Orte mag, wird es nicht bereuen.

Gratis-Klassiker, die oft vergessen werden

Auch jenseits der Liste kostet vieles nichts: Die Kirchen der Innenstadt (Peterskirche, Michaelerkirche, Jesuitenkirche) sind frei zugänglich und innen oft spektakulärer als erwartet. Der Zentralfriedhof mit den Ehrengräbern von Beethoven, Schubert und Strauss ist ebenfalls gratis - die Tram 71 bringt dich hin. Und die Prater-Hauptallee in der Leopoldstadt ist 4,5 km kostenlose Kastanienallee, das Riesenrad kostet erst, wenn du einsteigst.

Manche Museen sind manchmal gratis

  • Wien Museum ganzjährig gratis.
  • Albertina, KHM, Belvedere: oft ermäßigter oder freier Eintritt am letzten Sonntag des Monats für bestimmte Gruppen. Vor Reise auf der Webseite checken, das ändert sich.
  • Kindermuseum ZOOM und Tiergarten sind nicht gratis, aber Familienkarten lohnen.
  • Bezirksmuseen in fast jedem Bezirk: klein, ehrenamtlich geführt, meist kostenlos - und oft überraschend liebevoll gemacht.

So baust du einen Gratis-Tag zusammen

Ein bewährter Ablauf: Vormittag Schönbrunn-Park mit Gloriette (U4 bis Schönbrunn), mittags mit der U4 zurück zum Naschmarkt und durchschlendern, nachmittags Ringstraßen-Spaziergang mit Pausen im Burggarten und Volksgarten, zum Abschluss in den Stephansdom. Das ist ein voller Sightseeing-Tag, bei dem du nur Öffi-Tickets und Essen zahlst. Am zweiten Tag: vormittags Kahlenberg und Karl-Marx-Hof (beides Richtung Döbling), nachmittags Donauinsel oder Prater-Hauptallee.

Was du noch zahlst, aber wenig

  • Bus zum Kahlenberg: ein normales Wien-Ticket.
  • Toiletten in Cafés: ein Espresso reicht meistens.
  • Die 24- oder 72-Stunden-Karte der Wiener Linien macht das Springen zwischen den Gratis-Punkten planbar, ohne dass du pro Fahrt rechnen musst.

Wer beim Übernachten sparen will: Unter den Budget-Hotels in Wien gibt es solide Häuser mit guter Öffi-Anbindung - zentral wohnen ist für einen Gratis-Sightseeing-Plan weniger wichtig als eine U-Bahn-Station vor der Tür.

Häufige Fragen

Reicht ein Wochenende für die zwölf Punkte? Für die meisten ja. Schönbrunn-Park, Ring, Innenstadt und Naschmarkt passen in einen Tag, Kahlenberg und Donauinsel in den zweiten. Nur der Friedhof der Namenlosen liegt so weit draußen, dass er einen eigenen Halbtag braucht.

Gibt es kostenlose Stadtführungen? Es gibt Free-Walking-Tour-Anbieter, die auf Trinkgeldbasis arbeiten. Rechne fair: Wer zwei Stunden gut geführt wurde, gibt üblicherweise so viel wie für ein günstiges Mittagessen.

Welche Aussichtspunkte sind kostenlos? Gloriette-Hügel in Schönbrunn, Kahlenberg und die Uferwege der Donauinsel. Die Türme (Stephansdom, Karlskirchen-Kuppel) kosten dagegen Eintritt.

Lohnt sich die Wien-Karte für einen Gratis-Plan? Eher nein. Die Karte rechnet sich über Museums-Ermäßigungen - wenn du kaum Eintritte zahlst, reicht ein normales Öffi-Zeitticket. Mehr Routen siehst du in unserer 48-Stunden-Wien-Geschichte.