Stay in Vienna

Shopping

Shopping in Wien: Mariahilfer Straße, Goldenes Quartier, Märkte

Wo du was findest. Vom Mainstream auf der MaHü bis zu Wiener Designern im Neubau und Vintage am Karmelitermarkt.

MuseumsQuartier Wien, Luftaufnahme
Foto: Kasa Fue, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
· 6 Min. Lesezeit

Wien ist keine Shopping-Hauptstadt wie Mailand oder Paris, aber die Stadt hat ihre eigenen Adressen - und vor allem eine eigene Mischung: k.u.k.-Traditionshäuser neben jungen Designern, Luxusmeilen neben Straßenmärkten, dazu eine Ladenkultur, in der viele Geschäfte seit Generationen in Familienhand sind. Wer gezielt sucht, findet Dinge, die es so nur in Wien gibt. Hier nach Lagen sortiert.

Mariahilfer Straße (6. Bezirk)

Wiens längste Einkaufsstraße, 1,8 km von der Westbahnhofgegend bis zum Museumsquartier. Mainstream-Ketten (H&M, Zara, Mango), aber auch österreichische Marken: Wolford (Strumpfhosen, gegründet 1950 in Bregenz), Tostmann (Trachten), Schella Kann (Wiener Designer). Im oberen Teil (Richtung Museumsquartier) wird es interessanter, weniger Ketten. Große Abschnitte sind Begegnungszone, du gehst also entspannt auf der Straße. Anreise: U3 bis Zieglergasse oder Neubaugasse für die Mitte, U6 bis Westbahnhof für das obere Ende. Samstagnachmittag ist die MaHü voll wie ein U-Bahn-Waggon zur Stoßzeit - Werktag-Vormittage sind deutlich angenehmer.

Goldenes Quartier (1. Bezirk)

Zwischen Tuchlauben, Bognergasse und Seitzergasse. Luxus-Marken (Louis Vuitton, Prada, Hermès, Saint Laurent), Lukas Hassler, Wempe. Sehr aufgeräumt, sehr leise. Geht in zehn Minuten durch - aber die Architektur der revitalisierten Palais lohnt den Umweg selbst ohne Kaufabsicht.

Goldenes Quartier-Alternative: Kohlmarkt und Graben

Klassische Wiener Luxus-Adressen. Demel (Hofkonditorei, kein Shopping, aber traditionsreich), Hublot, Cartier. Graben mit Spielwarengeschäft Kober (klassischer Familien-Stopp). Kohlmarkt, Graben und Kärntner Straße bilden das „goldene U” der Innenstadt: alles Fußgängerzone, alles verbunden, mit dem Stephansdom als Fixpunkt in der Mitte. Hier findest du auch die traditionellen k.u.k.-Hoflieferanten, deren Portale teils noch das kaiserliche Wappen tragen.

Wiener Designer und Concept Stores (7. Bezirk)

Neubau ist der Bezirk der Wiener Eigenmarken: Park (Concept Store, Burggasse), Mühlbauer (Hüte, traditionsreich), Wiener Werkstätten-Marken in der Kirchengasse, Anukoo (Fair-Fashion), Lokal (Wiener Mode-Kollektive). Wer Wiener „junges Wien” sucht: hier. Die beste Route: von der U3-Station Neubaugasse durch die Kirchengasse zur Burggasse, dann durch die Seitengassen treiben lassen. Zwischen den Läden liegen Cafés und kleine Galerien, das Viertel funktioniert als halber Tag mit Pausen.

Vintage und Flohmarkt

Naschmarkt-Flohmarkt am Samstag. Beginnt am westlichen Naschmarkt-Ende. Echte Antiquitäten und auch viel Krempel, je früher du da bist, desto besser - die Händler und Sammler kommen in der Früh, gegen Mittag ist das Beste weg. Handeln gehört dazu, freundlich und ohne Theater.

Vintage-Läden im 6. und 7. Bezirk: Burggasse, Westbahnstraße, Kirchengasse. Beste Dichte in Wien, von kuratierter Designer-Second-Hand bis Kilo-Ware.

Märkte (sonst)

Naschmarkt ist Lebensmittelmarkt mit Restaurants, Touristen-Fokus. Karmelitermarkt in der Leopoldstadt ist multikultureller, weniger touristisch - samstags mit Bauernmarkt und dichter Brunch-Szene rundherum. Brunnenmarkt (16. Bezirk) ist der längste Straßenmarkt Wiens, türkisch und österreichisch, mit Preisen, die noch echte Marktpreise sind.

Öffnungszeiten und Sonntag

Wiener Geschäfte öffnen werktags meist am Vormittag und schließen am frühen Abend, samstags oft früher. Und Achtung: In Österreich ist Sonntag geschlossen, mit wenigen Ausnahmen. Geöffnet sind: Tankstellen-Shops, Bahnhof-Geschäfte (Hauptbahnhof, Westbahnhof), Restaurants und Lokale, Apotheken im Notdienst, Sehenswürdigkeiten und Museums-Shops. Sonntags-Shopping geht nicht - plane den Sonntag stattdessen für Museen, Kaffeehaus oder einen Ausflug, Ideen liefert unsere Liste der kostenlosen Aktivitäten.

Preisniveau und Tax-free

Internationale Ketten kosten in Wien ungefähr so viel wie überall in Westeuropa. Interessant wird es bei den Dingen, die es nur hier gibt: Trachten, Hüte, Manufakturware - Qualität hat ihren Preis, hält dafür Jahrzehnte. Reisende mit Wohnsitz außerhalb der EU können sich ab einem Mindesteinkaufswert die Mehrwertsteuer erstatten lassen: im Geschäft nach dem Tax-free-Formular fragen, am Flughafen vor dem Abflug abstempeln lassen.

Aus Wien mitnehmen

  • Sacher-Torte (Holzkistl, hält Wochen).
  • Manner-Schnitten (Supermarkt oder Manner-Laden am Stephansplatz).
  • Original-Wiener-Trachten in der Tostmann-Filiale Schottengasse.
  • Mühlbauer-Hut.
  • Wein von einem Heurigen-Weingut direkt: ehrlicher und günstiger als im Supermarkt - wo, steht in unserem Heurigen-Guide.
  • Augarten-Porzellan für das große Budget: Wiens Porzellanmanufaktur seit 1718.

Vermeide Touristen-Souvenir-Stände am Stephansplatz: chinesische Massenware mit Mozart-Aufdruck. Lieber im KHM- oder MQ-Shop einkaufen, Sortiment dort kuratiert.

Häufige Fragen

Wo wohne ich am besten für einen Shopping-Trip? Rund um die Mariahilfer Straße: Von Mariahilf und Neubau aus erreichst du MaHü, Concept Stores und Innenstadt zu Fuß. Passende Hotels gibt es in allen Preisklassen.

Wann sind die Geschäfte am leersten? Werktags vormittags. Samstags ab Mittag wird es überall voll, auf der MaHü und am Naschmarkt-Flohmarkt besonders.

Kann ich überall mit Karte zahlen? In Ketten und größeren Geschäften ja. Auf Flohmärkten, an Marktständen und in manchen kleinen Läden ist Bargeld weiter König - ein paar Scheine einstecken.

Was ist das beste Mitbringsel unter zehn Euro? Manner-Schnitten aus dem Supermarkt, eine Trafik-Postkarte mit echter Briefmarke oder ein kleines Sackerl Kaffee einer Wiener Rösterei.