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Einkaufsstraßen in Wien: Alle großen Shopping-Straßen im Vergleich

Die Wiener Einkaufsstraßen im Überblick - Mariahilfer, Kärntner Straße, Graben und Kohlmarkt, Neubaugasse, Landstraßer Hauptstraße und Favoritenstraße. Was es wo gibt, welche U-Bahn hinfährt und wie das Preisniveau ist.

MuseumsQuartier Wien, Luftaufnahme
Foto: Kasa Fue, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wien ist keine Shopping-Hauptstadt wie Mailand oder Paris, aber die Stadt hat ihre eigenen Adressen - und vor allem eine eigene Mischung: k.u.k.-Traditionshäuser neben jungen Designern, Luxusmeilen neben Straßenmärkten, dazu eine Ladenkultur, in der viele Geschäfte seit Generationen in Familienhand sind. Wer gezielt sucht, findet Dinge, die es so nur in Wien gibt.

Die Orientierung fällt leichter, wenn man weiß, dass sich das Wiener Einkaufen auf eine Handvoll Straßen konzentriert. Jede davon hat einen klaren Charakter, ein eigenes Preisniveau und eine eigene Kundschaft. Hier stehen sie alle im Vergleich, danach im Detail.

Die Wiener Einkaufsstraßen im Überblick

EinkaufsstraßeBezirkCharakterPreisniveauU-Bahn
Mariahilfer Straße6. und 7.Ketten, breitestes Sortiment, längste StraßemittelU3 Neubaugasse/Zieglergasse, U6 Westbahnhof
Kärntner Straße1.Fußgängerzone, Touristen, Marken und Souvenirsmittel bis hochU1/U3 Stephansplatz, U1/U2/U4 Karlsplatz
Graben und Kohlmarkt1.Luxus, Hoflieferanten, JuwelierehochU1/U3 Stephansplatz, U3 Herrengasse
Neubaugasse7.Wiener Labels, Concept Stores, VintagemittelU3 Neubaugasse
Landstraßer Hauptstraße3.Nahversorgung, Wien Mitte The MallmittelU3/U4 Landstraße-Wien Mitte
Favoritenstraße10.Lange Fußgängerzone, günstig, alltagsnahniedrigU1 Reumannplatz/Keplerplatz
Meidlinger Hauptstraße12.Fußgängerzone, lokal, wenig Tourismusniedrig bis mittelU4/U6 Längenfeldgasse, U6 Niederhofstraße

Kurzfassung: Wer einmal alles sehen will, nimmt die Mariahilfer Straße. Wer Luxus sucht, geht auf den Kohlmarkt. Wer Wiener Marken sucht, geht in die Neubaugasse. Wer sparen will, fährt nach Favoriten oder auf den Brunnenmarkt.

Mariahilfer Straße (6. Bezirk)

Wiens längste Einkaufsstraße, rund 1,8 Kilometer von der Westbahnhofgegend bis zum Museumsquartier. Mainstream-Ketten (H&M, Zara, Mango), aber auch österreichische Marken: Wolford (Strumpfwaren, gegründet 1950 in Bregenz), Tostmann (Trachten), Schella Kann (Wiener Designerin).

Die Straße hat zwei Hälften mit unterschiedlichem Charakter. Der untere Teil Richtung Westbahnhof ist günstiger, dichter und lauter, mit mehr Handyläden und Diskontern. Der obere Teil Richtung Museumsquartier wird ruhiger und hochwertiger, hier stehen die interessanteren Geschäfte. Große Abschnitte sind Begegnungszone, du gehst also entspannt auf der Straße statt am Randstreifen.

Anreise: U3 bis Zieglergasse oder Neubaugasse für die Mitte, U6 bis Westbahnhof für das untere Ende, U2 Museumsquartier für das obere. Timing: Samstagnachmittag ist die MaHü voll wie ein U-Bahn-Waggon zur Stoßzeit, Werktag-Vormittage sind deutlich angenehmer. Wer im Bezirk übernachtet, hat die Straße vor der Tür - eine Übersicht steht bei den Hotels in Mariahilf.

Kärntner Straße (1. Bezirk)

Die klassische Verbindung zwischen Stephansdom und Staatsoper, komplett Fußgängerzone und die meistbegangene Einkaufsstraße der Innenstadt. Internationale Marken, Schmuck, dazu Traditionshäuser wie Swarovski und J. & L. Lobmeyr (Glas und Luster seit 1823, mit eigenem kleinen Museum im Obergeschoss).

Ehrlich gesagt: Die Kärntner Straße ist die touristischste der Wiener Einkaufsstraßen, und das Sortiment ist entsprechend austauschbar. Ihr eigentlicher Wert liegt in der Lage - sie führt an fast allem vorbei, was du in der Altstadt ohnehin sehen willst, und die Seitengassen Richtung Neuer Markt und Himmelpfortgasse sind interessanter als die Hauptachse selbst. Anreise: U1/U3 Stephansplatz am nördlichen Ende, U1/U2/U4 Karlsplatz am südlichen.

Graben und Kohlmarkt (1. Bezirk)

Die Luxusachse. Kohlmarkt, Graben und Kärntner Straße bilden das „goldene U” der Innenstadt: alles Fußgängerzone, alles verbunden, mit dem Stephansdom als Fixpunkt.

Am Kohlmarkt stehen die großen internationalen Luxusmarken dicht an dicht, dazu Demel als k.u.k. Hofzuckerbäckerei am oberen Ende. Der Graben ist etwas breiter aufgestellt, mit Juwelieren, dem Spielwarengeschäft Kober und der Pestsäule in der Mitte. Hier findest du auch die traditionellen k.u.k.-Hoflieferanten, deren Portale teils noch das kaiserliche Wappen tragen - allein das Schauen lohnt den Weg, auch ohne Kaufabsicht.

Im Goldenen Quartier zwischen Tuchlauben, Bognergasse und Seitzergasse geht der Luxus weiter, in revitalisierten Palais und sehr viel ruhiger als am Kohlmarkt. Durchquert ist es in zehn Minuten. Anreise: U1/U3 Stephansplatz oder U3 Herrengasse.

Neubaugasse und die Wiener Labels (7. Bezirk)

Neubau ist der Bezirk der Wiener Eigenmarken, und die Neubaugasse ist seine Hauptachse - seit dem Umbau zur Begegnungszone deutlich angenehmer zu Fuß. Park (Concept Store, Burggasse), Mühlbauer (Hüte, Wiener Familienbetrieb), Anukoo (Fair Fashion), dazu kleine Labels in der Kirchengasse.

Wer „junges Wien” sucht: hier. Die beste Route führt von der U3-Station Neubaugasse durch die Kirchengasse zur Burggasse und dann durch die Seitengassen. Zwischen den Läden liegen Cafés und kleine Galerien, das Viertel funktioniert als halber Tag mit Pausen statt als Einkaufsliste.

Landstraßer Hauptstraße (3. Bezirk)

Die Einkaufsstraße des Botschaftsviertels, deutlich weniger touristisch als alles innerhalb des Rings. Ihr Anker ist Wien Mitte The Mall direkt am gleichnamigen Bahnhof, mit dem üblichen Ketten-Mix unter einem Dach. Entlang der Straße selbst dominiert Nahversorgung: Drogerien, Bäcker, Optiker, ein paar alteingesessene Fachgeschäfte.

Für einen eigenen Shopping-Tag ist das zu wenig - für alle, die im 3. Bezirk wohnen oder ohnehin am Bahnhof Wien Mitte umsteigen, ist es die praktischste Adresse der Stadt. Wer vom Flughafen mit dem CAT ankommt, steht ohnehin genau hier. Anreise: U3/U4 Landstraße-Wien Mitte.

Favoritenstraße (10. Bezirk)

Die längste Fußgängerzone Wiens außerhalb der Innenstadt und die Einkaufsstraße mit dem niedrigsten Preisniveau. Zwischen Reumannplatz und Keplerplatz reihen sich Diskonter, Handyshops, türkische und Balkan-Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien und Textildiscounter.

Touristisch ist hier praktisch nichts, und genau das ist der Punkt: Wer sehen will, wo Wien alltäglich einkauft, ist auf der Favoritenstraße richtiger als auf der Kärntner Straße. Am Reumannplatz steht außerdem der Tichy-Eissalon, eine Wiener Institution. Anreise: U1 Reumannplatz oder Keplerplatz.

Märkte und Flohmärkte

Naschmarkt ist Lebensmittelmarkt mit Restaurants und klarem Touristen-Fokus - wie der Markt aufgebaut ist und wo die Preise auseinandergehen, steht ausführlich auf unserer Naschmarkt-Seite. Der Naschmarkt-Flohmarkt am Samstag beginnt am westlichen Ende: echte Antiquitäten und viel Krempel, je früher desto besser - Händler und Sammler kommen in der Früh, gegen Mittag ist das Beste weg. Handeln gehört dazu, freundlich und ohne Theater.

Karmelitermarkt in der Leopoldstadt ist multikultureller und weniger touristisch, samstags mit Bauernmarkt und dichter Brunch-Szene rundherum. Brunnenmarkt (16. Bezirk) ist der längste Straßenmarkt Wiens, türkisch und österreichisch geprägt, mit Preisen, die noch echte Marktpreise sind.

Vintage-Läden im 6. und 7. Bezirk: Burggasse, Westbahnstraße, Kirchengasse. Beste Dichte in Wien, von kuratierter Designer-Second-Hand bis Kilo-Ware.

Öffnungszeiten und Sonntag

Wiener Geschäfte öffnen werktags am Vormittag und schließen am frühen Abend, samstags meist früher. Verbindlich sind immer die Zeiten am Geschäft selbst - die Spannen unterscheiden sich zwischen Ketten und kleinen Läden deutlich.

Wichtig für die Planung: In Österreich ist der Sonntag im Einzelhandel geschlossen. Geöffnet sind Bahnhofsgeschäfte (Hauptbahnhof, Westbahnhof), Tankstellenshops, Museumsshops, Apotheken im Notdienst sowie Lokale und Restaurants. Sonntags-Shopping geht also nicht - plane den Sonntag stattdessen für Museen, Kaffeehaus oder einen Ausflug, Ideen liefert unsere Liste der kostenlosen Aktivitäten.

Preisniveau und Tax-free

Internationale Ketten kosten in Wien ungefähr so viel wie überall in Westeuropa. Interessant wird es bei den Dingen, die es nur hier gibt: Trachten, Hüte, Manufakturware. Qualität hat ihren Preis, hält dafür Jahrzehnte.

Reisende mit Wohnsitz außerhalb der EU können sich ab einem Mindesteinkaufswert die Mehrwertsteuer erstatten lassen: im Geschäft nach dem Tax-free-Formular fragen, am Flughafen vor dem Abflug abstempeln lassen. Beleg und Ware müssen dabei vorgelegt werden können - also nicht vorher einpacken und aufgeben.

Was du aus Wien mitnehmen solltest

Für Mitbringsel und Geschenke haben wir einen eigenen ausführlichen Guide: Souvenirs aus Wien - mit konkreten Produkten, Läden und Preisrahmen von der Manner-Schnitte bis zum Augarten-Porzellan.

Die Kurzfassung: Sacher-Torte im Holzkistl, Manner-Schnitten, ein Mühlbauer-Hut, Wein direkt vom Heurigen-Weingut oder Augarten-Porzellan für das große Budget. Vermeide die Souvenir-Stände am Stephansplatz mit Mozart-Aufdruck - im Shop des Kunsthistorischen Museums oder im MuseumsQuartier ist das Sortiment kuratiert und der Preisunterschied gering.

Wo wohnen für einen Shopping-Trip?

Rund um die Mariahilfer Straße: Von Mariahilf und Neubau aus erreichst du MaHü, Concept Stores und Innenstadt zu Fuß, und die U3 bringt dich in wenigen Minuten zum Stephansplatz. Wer lieber mitten in der Fußgängerzone wohnt, sucht in der Inneren Stadt - dort zahlst du allerdings deutlich mehr für die Lage. Passende Hotels gibt es in allen Preisklassen, und welcher Bezirk zu welcher Reise passt, steht in unserer Bezirks-Übersicht.

· 11 Min. Lesezeit

Häufige Fragen

Welche ist die wichtigste Einkaufsstraße in Wien?

Die Mariahilfer Straße. Sie ist mit rund 1,8 Kilometern Wiens längste Einkaufsstraße und deckt mit internationalen Ketten und österreichischen Marken das breiteste Sortiment ab. Für Luxus ist der Kohlmarkt die erste Adresse, für kleine Wiener Labels die Neubaugasse.

Haben die Geschäfte in Wien am Sonntag offen?

Nein. In Österreich ist der Sonntag im Einzelhandel grundsätzlich geschlossen. Ausnahmen sind Geschäfte an Bahnhöfen wie Hauptbahnhof und Westbahnhof, Tankstellenshops, Museumsshops, Apotheken im Notdienst sowie Lokale und Restaurants.

Wo shoppt man in Wien günstig?

Im unteren Abschnitt der Mariahilfer Straße Richtung Westbahnhof, auf der Favoritenstraße und am Brunnenmarkt im 16. Bezirk. Für Second Hand und Vintage lohnen Burggasse, Westbahnstraße und Kirchengasse im 6. und 7. Bezirk.

Welche Einkaufsstraße ist eine Fußgängerzone?

Kärntner Straße, Graben und Kohlmarkt bilden im 1. Bezirk eine zusammenhängende Fußgängerzone. Die Mariahilfer Straße ist in großen Teilen Begegnungszone, die Meidlinger Hauptstraße und Teile der Favoritenstraße sind ebenfalls Fußgängerzonen.

Wann sind die Geschäfte am leersten?

Werktags am Vormittag. Ab Samstagmittag wird es überall voll, auf der Mariahilfer Straße und am Naschmarkt-Flohmarkt besonders.

Kann ich in Wien überall mit Karte zahlen?

In Ketten und größeren Geschäften ja. Auf Flohmärkten, an Marktständen und in manchen kleinen Läden ist Bargeld weiter üblich - ein paar Scheine einstecken.