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Wien mit Kindern: Sieben Tage ohne Quengelphase

Welche Sehenswürdigkeiten funktionieren für Familien, welche nicht und wo Kinder zwischendurch toben können.

Wiener Riesenrad im Prater
Foto: Thomas Ledl, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
· 7 Min. Lesezeit

Wien ist gut für Familien. Kompakt, viel Öffi, jede Menge Parks, der älteste Zoo der Welt. Dazu eine Grundregel, die den ganzen Urlaub trägt: Wien belohnt niedrige Taktung. Ein großes Programm am Vormittag, ein Park oder Spielplatz am Nachmittag, fertig. Wer versucht, Schönbrunn, Hofburg und Riesenrad in einen Tag zu pressen, produziert die Quengelphase selbst. Was du wissen solltest, bevor du dir die Woche zerpflückst.

Was klappt mit Kindern

Tiergarten Schönbrunn. Der älteste Zoo der Welt, mitten im Schlosspark. Pandas, Eisbären, Orang-Utans, dazu das Regenwaldhaus für Regenwetter. Vor zehn Uhr kommen, gegen 14 Uhr wird es voll. Brot mitnehmen für die Pause auf der Wiese. Der Zoo allein füllt einen halben Tag, mit Irrgarten und Spielplatz im Schlosspark auch einen ganzen. Das Schloss selbst liegt in Hietzing, die U4 bringt dich direkt hin.

Prater. Riesenrad ist für die Eltern, der Rest des Wurstelpraters für die Kinder. Praterpark daneben gratis, Tretboot am Heustadelwasser, dazu die Liliputbahn, die durch den grünen Prater tuckert. Tagesticket nicht nötig, lieber einzeln zahlen - so bleibt die Kontrolle über Budget und Tagesform. Der Prater liegt in der Leopoldstadt, die mit Augarten und Donaukanal-Ufer noch mehr Auslauf bietet.

Haus des Meeres. Aquarium im Flakturm, Krokodile, Affen, Haie im 300.000-Liter-Becken. Für Regentage perfekt. Kombiticket mit Aussichtsterrasse oben - von dort siehst du über die ganze Stadt.

Donauinsel. 21 km Erholungsstrand. Im Sommer baden, sonst Rad fahren, Skaten, Picknick. Räder inklusive Kindersitzen kannst du an mehreren Stationen leihen. Der Wasserspielplatz auf der Insel ist an heißen Tagen die beste kostenlose Attraktion der Stadt.

ZOOM Kindermuseum im MuseumsQuartier. Anmelden, Slots sind begrenzt. Für 4-12 Jahre ideal. Der Innenhof des MuseumsQuartiers mit seinen Sitzelementen ist danach die eingebaute Tobezone, im Sommer mit Wasserspielen.

Was eher nicht

Stephansdom-Aufstieg. 343 Stufen ohne Pause. Für Schulkinder ja, für Kindergartenkinder nicht.

Kunsthistorisches Museum. Sehenswert, aber für unter Zehnjährige zu lang. Wenn, dann nur eine Stunde, gezielt zwei Räume - die Rüstkammer und die ägyptische Sammlung funktionieren bei Kindern am besten.

Hofburg-Kaiserappartements. Eine Stunde Audioguide an Vitrinen vorbei. Da kippt die Stimmung schnell. Die Hofburg-Höfe und der Heldenplatz von außen reichen für den Sisi-Moment, mehr dazu in der Übersicht der Sehenswürdigkeiten.

Ein Wochenplan, der funktioniert

Grober Rhythmus für sieben Tage, jeweils ein Anker pro Tag: Schönbrunn mit Zoo (ganzer Tag), Prater plus Augarten, Haus des Meeres plus Naschmarkt-Bummel, Donauinsel, ZOOM plus MuseumsQuartier, Stadtzentrum mit Stephansplatz und Eis, ein freier Tag für Wiederholungswünsche. Der letzte Punkt ist ernst gemeint: Kinder wollen fast immer zurück zu dem, was ihnen gefallen hat, und ein Puffer-Tag nimmt allen Druck raus.

Schlafen mit Kindern

Familienzimmer findest du im Hotel Stephanie (2. Bezirk, am Donaukanal), Hotel Zisper (Prater-Nähe) und im Gartenhotel Gabriel City (3. Bezirk, kleiner Garten). Apartments wie Stanys (Mariahilf) sind ab drei Nächten meist günstiger und haben Küche - mit Kindern oft das entscheidende Argument, weil Frühstück und Abendessen daheim stattfinden können. Mehr Auswahl gibt es gesammelt in der Familien-Kategorie und unter Apartments.

Bei der Lage zählt mit Kindern vor allem eines: kurze Wege zur U-Bahn. Der 2. und 3. Bezirk sind gute Basen - ruhiger als die Innenstadt, mit Parks vor der Tür und schnellen Verbindungen.

Öffis mit Kindern

Kinder unter sechs fahren gratis. 6-15 Jahre gratis an Sonn- und Feiertagen sowie in den Wiener Schulferien. Kinderwagen-Bereich gibt es in jeder U-Bahn-Garnitur, einfach Bus-/Bim-Fahrer winken, sie lassen die Rampe runter. Für Kinder ist die Bim ohnehin eine eigene Attraktion: Die Ring-Runde mit der Straßenbahn ersetzt die teure Sightseeing-Tour, und vorne beim Fahrer sitzen ist der halbe Urlaub.

Essen mit Kindern

Wiener Küche ist kinderkompatibel: Schnitzel, Knödel, Kaiserschmarrn, Palatschinken. Die meisten Gasthäuser haben Kinderportionen oder teilen Hauptgerichte anstandslos. Mittags sind Lokale deutlich entspannter als abends. Für den schnellen Hunger zwischendurch: Würstelstand, Bäckerei oder ein Kebab - alles in Gehweite, überall. Eis gibt es an jeder Ecke, die großen Eissalons an Schwedenplatz und Praterstraße sind die klassischen Familienziele.

Wirres Wetter, Notfall-Plan

Regen: Technisches Museum (mit eigenem Kleinkind-Bereich), Haus des Meeres, ZOOM, Naturhistorisches Museum mit den Dinosauriern. Hitze: Donauinsel, Schloss-Schönbrunn-Park früh morgens, Hallenbad Amalienbad (Jugendstil-Schwimmbad, sehenswert), Alte Donau mit Bademöglichkeit.

Häufige Fragen

Welches Alter ist ideal für eine Wien-Reise? Ab etwa vier Jahren trägt das Programm aus Zoo, Prater und ZOOM eine ganze Woche. Mit Babys und Kleinkindern ist Wien dank Parks, Rampen und kurzer Wege trotzdem entspannt - dann werden Aufenthalte einfach kürzer getaktet.

Braucht man für den Zoo und das ZOOM Tickets vorab? Fürs ZOOM ja, die Slots sind begrenzt und an Wochenenden schnell weg. Der Tiergarten Schönbrunn geht auch spontan, Online-Tickets ersparen aber die Schlange an der Kassa.

Ist Wien mit Kinderwagen gut machbar? Ja. U-Bahnen haben Aufzüge, Trams der neueren Generationen sind niederflurig, und die Innenstadt ist weitgehend eben. Einzige Ärgernisse: Kopfsteinpflaster in der Altstadt und volle Aufzüge zur Stoßzeit.

Was kostet eine Familienwoche grob? Neben Unterkunft und Anreise sind die Attraktionen überschaubar: Zoo und Haus des Meeres sind die größten Einzelposten, vieles andere (Parks, Donauinsel, Lauflandschaft MuseumsQuartier) ist gratis. Wer Apartments mit Küche nutzt, drückt die Essenskosten deutlich.